Montag, 22. Juni 2015

Muddy Waters - ZUT 2015

Der Weg ist heute eher nicht das Ziel, sondern oft einfach ein Bach. Es ist interessant zu beobachten, wie sich immer wieder Miniatur-Muren lösen und sich auf den Punkt zubewegen, an dem man eigentlich als nächstes seinen Fuß aufsetzen wollte. Aber längst ist es egal, worauf - oder besser: worin man landet. Die Phase des Pfützen-Vermeidens ist lange vorbei, so sie denn heute jemals ernsthaft existiert hat, und der Gedanke daran führt maximal noch zu einem für Ausstehende wohl reichlich unverständlichen Spontan-Grinsen über beide Backen. Trollige Idee!

An die 4.000 Füße, bewaffnet mit den aggressivsten auf dem Markt verfügbaren Stollenprofilen, haben am Ende auf den hinteren Trail-Abschnitten, auf denen sich alle 5 Distanzen zusammenfinden, den wasserübersättigten Boden bearbeitet und die Suppe aus dem Substrat gepresst.

ZugspitzUltraTrail 2015 - "Die durch das Wasser kamen."

Es ist ein Morgen der Kategorie:
"Gut, dass ich keinen Hund habe, den ich jetzt ausführen muss!"
Es ist ein Tag der Kategorie:
"Wenn es schon schwierig ist, Leuten zu erklären, was wir hier vorhaben und warum wir so etwas tun, dann sollte ich einen Erklärungsversuch besser nicht heute starten."
Es ist ein Abend der Kategorie:
"Ich habe wieder Neuland betreten. Es sind persönliche Grenzen verschoben worden. Und ich habe das Ding unterschätzt."

Ich stehe am Start in Ehrwald zum SuperTrailXL, der mit 79km und 4.100 Höhenmetern angesetzt ist und das Zugspitz- und Wetterstein-Massiv bis auf die Nordwestseite komplett umrundet. Das bedeutet für mich je nach Verlauf geschätzte 12 bis 14 Stunden Aufenthalt unter freiem Himmel. Es gießt wie aus Kübeln. Es herrschen (positive) einstellige Temperaturen, hier auf knapp 1.000 Metern Höhe. Nach 7km Strecke müssen wir das erste von dreimal auf über 2.000m hinauf. Es soll dort oben schneien. Gut, dass man nichts von den Bergen sieht. Wir könnten auch im Harz stehen. Wir warten auf die Entscheidung der Rennleitung, die quasi in letzter Minute auf der Basis von Einschätzungen eigener Strecken-Scouts (und nicht irgendwelcher Modell-Daten irgendwelcher Wetter-Portale) verkünden will, ob eine Alternativ-Route gelaufen werden muss. Ich bin ehrlich: Ich hab die Hosen voll und hoffe es. Und finde dieses Vorgehen der Orga äußerst professionell. Man ist hier vorbereitet, das Alternativ-Trailbook wurde bei der Registrierung gleich mitverteilt und man weiß, woran man ist.

In meinen Kindheits-Urlauben waren Alpentage wie diese, an denen man die Berge nicht sieht und unter jeder frei in der Luft endenden Dachrinne kostenlos duschen kann, das Schlimmste, weil sie automatisch zur Untätigkeit - was Bergsport angeht - verdammten, maximal konnte man sich in einem Spassbad vergnügen (aber die gab es damals noch nicht). Heute sollen wir laufen. Einen ganzen Tag, und länger ...

Der Posten an der Ausrüstungs-Kontrolle schaut mir tief in die Augen. Er fragt nach einigen vorgeschriebenen Details. Es ist irgendwie klar, dass ich sie in diesem Regen nicht rausfingern muss. Genauso klar ist, dass hier jeder alles dabei hat. Alles andere wäre ansatzweise Selbstmord. Wir begeben uns hier auf eine Gratwanderung, was das Leistungspotential der Ausrüstung angeht. Hier muss alles passen und funktionieren. Und es gibt für unsere Distanz kein drop bag zum Kleiderwechsel unterwegs. Ich weiß, dass ich am Jägerstein bei ähnlichen Temperaturen, etwas weniger Regen, und einer Laufzeit von über 10 Stunden gut klargekommen bin. Das ist jetzt wertvoll und beruhigend. Das einzige, was ich nicht habe, ist eine Regenhose. Bisher habe ich die auch nie vermisst, und die Erfahrungen der Leute dazu sind recht unterschiedlich. Solange man sich rennmäßig bewegt und unter Dampf steht, wird die Kühlung von außen durch die Wärme von innen offenbar ausreichend kompensiert. Eine nicht zu unterschätzende Unsicherheit besteht allerdings für windige Verhältnisse. Wir müssen über 2 oder 3 höhere Übergänge. Da wird es windig sein. Und ich weiß, was wind chill ist.


Heute ist Sommeranfang. Und ich stehe absolut in 100% der Klamotten, die ich auch im Februar bei der letzten Brocken-Challenge anhatte, am Start, also in langen Hosen, drunter lange Compressions-Socken, mittlere Merino-Unterhose, obenrum dreilagig. Im Pack habe ich Ersatz-Handschuhe und -Mütze, ein weiteres langärmliges Teil, Ersatz-Socken, ein Winter-Stirnband und viele Plastiktüten.

7 Uhr 45. Ansage der Rennleitung: Das Feldernjöchl und die Rotmoosalm werden wegen starken Schneefalls ausgelassen. Von der Pestkapelle geht es stattdessen direkt durch's Tal zur Hämmermoos-Alm. Keine Pfiffe, obwohl sich jetzt einige Sorgen um ihre UTMB-Punkte machen werden. Jeder weiß: Das ist heute wirklich vernünftiger so. Minus 3.5km, minus 650hm. Minus eine gute Stunde. Und das Scharnitzjoch bleibt uns auf jeden Fall erhalten ...

Außenstehende werden evtl. schon hier Fragen nach der Verantwortbarkeit der Durchführung des Unterfangens unter diesen Bedingungen aufwerfen. Man muss sich klar machen, dass ein Großteil der Teilnehmer sehr schwierige Abschnitte in weitgehender Erschöpfung und zusätzlich bei Dunkelheit absolvieren werden müssen. Ich persönlich halte das Ganze - ohne im Entferntesten auf den Trendzug "je härter, je besser" aufspringen zu wollen, trotzdem für gerade noch akzeptabel, optimale Ausrüstung und sportliche Vorbereitung der Teilnehmer vorausgesetzt. Eine Haupt-Gefahrenquelle scheidet z.B. schon mal aus: Gewitter! Und mit Nässe, zumindest von unten, hat man sich in den Bergen abschnittsweise grundsätzlich auseinanderzusetzen. Das sind meine Gedanken in den Minuten vor dem Start.

Hinterher sehe ich das immer noch so. Auch wenn ich eine neue Qualität von Nässe erlebt habe. Und weiß, dass die Ausrüstung am Limit war und nicht viel hätte passieren dürfen. Ein Gefühl (natürlich sehr) relativer Sicherheit und Geborgenheit vermitteln unterwegs die tapferen Vertreter der Bergwacht, die mehr als doppelt so häufig wie die VPs über die Strecke verteilt sind und in Zelten oder unter Schutzplanen in der nassen Kälte ausharren. Man wäre wohl tatsächlich nicht krepiert, hätte aber mit hoher Wahrscheinlichkeit grenzwertig gelitten, wenn man durch Unfall oder Erschöpfung zur Bewegungsunfähigkeit verdammt worden wäre. Wie schnell alles von "ok" in "Vorsicht - Gefahr!" kippen kann, erlebe ich auf den 2km vom Ziel ins Hotel, auf denen ich mich in Erwartung der heißen Dusche in Sicherheit wähne und endlich ohne schlechtes Gewissen einfach locker gehen darf und dies auch tue. Sofort friere ich extrem, und ein weiterer Kilometer wäre richtig unangenehm geworden. Es war für mich (wie gewohnt) ein ziemlicher Tanz auf Messers Schneide mit dem Energie- und Wärmehaushalt.

Leidende Kreaturen. Wang-Alm, 1740m - (c) Kelvin Trautman, www.sportograf.com


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Los geht's. Das anfängliche Frieren erübrigt sich wie erwartet schnell auf dem steilen, schmierigen Trail hinauf zur Forststraße Richtung Ehrwalder Alm und VP Pestkapelle. Das mit dem zusätzlichen Vizor als Regenschutz für die Brille (hatte ich in Lam nicht dabei, weil Sonne angesagt war) bewährt sich sofort und über das ganze Rennen. Ja, so funktioniert es mit dem Durchblick! Der fehlt dann aber doch bald - zwangsläufig - angesichts des dichten Schneetreibens auf ca. 1.700m kurz hinter der Pestkapelle. Meine Güte! Die Kühe verkriechen sich unter die Tannen. Ich auch, wenn auch mit anderen Absichten. So ein Klogang mit klitschnassen Fingerhandschuhen etc. ist schon deutlich aufwändiger als unter Normalbedingungen. Dafür sozusagen Wasserspülung gratis. Ich habe noch über 1km damit zu tun, die Handschuhe wieder richtig über die Flossen zu bekommen.

Die Schafe am Aufstieg zum Scharnitzjoch haben ihre Standheizung eingeschaltet - auf ihnen bleibt keine Schneeflocke liegen. Ansonsten ist alles plötzlich ein richtiges Wintermärchen: Frische, weiße Pracht, hin und wieder lugt noch ein vorwitziges Butterblümchen heraus und erinnert an die Jahreszeit. Sichtweite 50m. Eine dunkle Schlammspur zieht sich durch die weiße Landschaft, hier muss man wirklich keine Wegmarkierung beachten.


Ich habe den Abstieg runter ins Haupttal nach Reindlau über die Puit-Alm aus der Urlaubswoche letztes Jahr (zwischen dem leicht verregneten APUT und dem total verregneten Karwendelmarsch) noch gut in Erinnerung, was nicht bedeutet: "in guter Erinnerung": Damals hatte ich als offizieller Tourist verbotenerweise keine Stöcke dabei und bin nur mit Mühe heil durch den Matsch runtergekommen. Die 90jährige Wirtin aus Leutasch, die ihr ganzes Leben in diesem Ort verbracht hat, erzählte, dass sie so einen (Nicht-)Sommer wie 2014 noch nie erlebt habe. Vielleicht droht dieses Jahr schon wieder ein neuer Rekord? Jetzt, zwar mit Stöcken bewaffnet, aber bei noch viel vollständigerer Durchtränkung des Geläufs, wird der downhill wieder ein einziger Eiertanz. Ununterbrochen setzen sich Leute auf den Hintern, inzwischen holen wir von hinten das Feld der in Leutasch gestarteten Supertrailer ein. Es ist manchmal überhaupt nicht mehr auszumachen, worauf oder worin wir uns da eigentlich fortbewegen, eine Mischung aus Schnee, Boden, Kuhfladen - Schlamm eben, farblich etwas heller als eine akzeptable mousse au chocolat.

Unten am Hubertushof bekommen wir wieder festen Boden unter die Füße. Es gibt warme Tomatensuppe mit Einlage und auch sonst wirklich alles, was der (Vegetarier-)Magen begehrt. Gut 30km liegen hinter mir. In sage und schreibe 4,5 Stunden. Bei diesen Hochgebirgs-Trails darf man alle gewohnten Betrachtungen zur pace getrost vergessen. So ganz langsam lerne ich das. Und ich beginne, Frieden mit mir selbst zu schließen: Meine bisweilen vorherrschende Empörung "das ist doch kein Laufen!" wird sukzessive ersetzt durch: "das ist halt eine Parallel-Sportart!" (und am Ende immer noch ein ziemlicher Unterschied zum reinen Wandern) -- Dann urplötzlich ein spektakuläres Natur-Phänomen: Ein Sonnenstrahl! Ja, wirklich. Es regnet auch nur noch leicht. Völlig euphorisch ziehe ich die Regenjacke und die Handschuhe aus und freue mich auf die nächsten einfachen, flachen Kilometer stromab die Leutascher Ache entlang Richtung Mittenwald.

Die gestalten sich aber ganz anders als erwartet. Nach 500m spüre ich irgend etwas Störendes unter dem Fußgewölbe im rechten Schuh. Mein erster Gedanke ist eine große Falte im Socken. Merkwürdig, hatte ich noch nie, aber das wäre ja kein Wunder nach diesem mehrstündigen Spülgang. Mal schauen! OMG, was ist denn das? Die Innensohle hat sich mehrfach gefaltet wie der Balg eines Akkordeons und ist dadurch ca. 10cm kürzer als der Schuh! Keine Chance, das wieder in die ursprüngliche Form zu bekommen. Ich halte auf den nächsten 3km dreimal an, um erneut zu versuchen, das Ding zu richten, aber nach jeweils 200m hat es sich wieder zusammengekräuselt. Einfach rausnehmen und wegwerfen? Nein, dann ist der Schuh zu groß! Socken wechseln, weil das vielleicht was ändert? Quatsch, nach ein paar Metern in den nassen Botten sind die doch auch durchweicht. Weiterlaufen? Ja, wohl die einzige realistische Variante. Ich versuche, möglichst rund zu laufen und nicht zu humpeln. Nach einer Weile hat sich der ganze Salat dann wohl soweit arrangiert, dass es wieder geht. Und als wir nach dem VP Mittenwald wieder steileres und unebeneres Gelände erreichen (es regnet wieder heftig), spüre ich es kaum noch. Also jetzt mit den Maßstäben eines echten Ultra-Trail-Runners gemessen. Am Ende habe ich nicht mal irgendwo eine Blase, was einfach ein Wunder ist. 

Bis zum VP am Ende des Ferchensees (knapp 45km, knapp 6,5 Stunden) zwinge ich mich zum Durchlaufen. Das Terrain und der Weg sind einfach (und trotz des Regens schön!), wenn man die riesigen, wegbreiten Pfützen völlig ignoriert - wie es mir die mich inzwischen überholenden TopTen der Ultra-Distanz vormachen. Und es gibt keinen objektiven Grund zum Wandern. Wenn nicht hier, wo sonst will ich heute noch "Strecke machen"? An der Station dann eine unerwartete, wohl nicht nur von mir freudig aufgenommene Information: Auch die spätere Schleife über den Osterfelderkopf wird aufgrund der Strecken- und Witterungsbedingungen gestrichen. Das bedeutet: nochmal 6km und gut 400hm weniger. Und vor allem das psychologische Plus, bei der Ankunft an der Längerfelder Talstation nicht noch diesen "künstlichen" Umweg machen zu müssen, sondern gleich über weniger als fünf verbleibende Kilometer dem Ziel entgegenstürzen zu können! Keine 25km to go mehr! Ich fange an zu rechnen: Sub 9h? Sub10h? Auf jeden Fall, kein Thema! Der APUT ging ja auch in 9:16, gleiche Distanz, gleiche Höhenmeter! -- Was für ein einfältiger ZUT-Novizen-Fehler!!

Denn auf dem verbleibenden Weg bis ins Trockene erwarten mich noch der downhill über den u.a. aus Hunderten seifig-schmieriger, steiler Holzstufen bestehenden Kälbersteig in die Partnach-Klamm (820m), der Wiederaufstieg über einen tagestypischen Spontan-Bach-Trail zur Talstation der Längerfelder Bahn südwestlich des Kreuzecks (1.640m), der mich wirklich kräftemäßig an die Grenze bringt, und der abschließende downhill nach Grainau, der auf gut 4km Länge gut 800 Höhenmeter überwindet und damit durchschnittlich fast 20% Gefälle aufweist (von einigen eigentlich fehlenden Brücken über Bäche, die dort wohl sonst nicht fließen, ganz zu schweigen). Kurzum: Gegen Ende zweifle ich kurzfristig sogar noch an der sub 11h!

Auf jenen Moment, in dem der triefende Bergwald mich irgendwann doch noch ausspuckt und ich direkt an meinem Hotel in Hammersbach vorbeilaufen muss, um die restlichen 2km bis ins Ziel zu absolvieren, habe ich mich mental seit dem Vorabend immer wieder vorbereitet. Es gelingt dann auch ganz leicht, logisch. Das schaff ich jetzt auch noch! Ich ärgere mich nur ein wenig über einige Jungspunde aus meiner Wertung, die bergab noch an mir vorbeiziehen, nachdem vorher bergauf von ihnen nicht viel zu sehen war. Immerhin nicht meine AK! -- Solche Gedanken befremden mich rückblickend selbst mehr als ein wenig. Ich sollte doch nichts als froh sein, heile wieder hier unten gelandet zu sein. Aber vielleicht liegt in dieser Haltung, die einfach da ist und die ich offenbar nicht willentlich beeinflussen kann, letztlich der Schlüssel zur Bewältigung der Anstrengung und Aushalten der Schmerzen während dieser langen Tage, an denen man gefühlt fast nur gewandert ist und trotzdem nach 70km im Hellen und nicht als Vorletzter ins Ziel kommt.

Das Universum will es, dass ich - wie schon vor drei Wochen im Lamer Winkel - den Zieleinlauf ganz allein in Ruhe für mich habe. Ich kann ihn voll genießen. Von mir selbst erwarten würde ich offen gesagt in diesem Moment ein gewohntes, ernst-gemeintes "Nie, nie wieder!" - Aber das gibt es erstaunlicherweise gerade heute nicht! - Nein, ich spüre, es wird Sinn für mich machen, gerade hierher zurück zu kommen, sich für den 100er zu melden, um die Runde zu komplettieren, um die Berge einmal wirklich gesehen zu haben, um das Feldernjöchl und den Osterfelder nachzuholen, um die Nacht im Wald zu erleben, um noch etwas stärker zu leiden und mich noch länger zu überwinden. Got my mojo workin'. Verstehe das, wer will.

Die 2km nach Hause kann ich in Vorfreude auf die Trockenheit und Wärme voll genießen. Ich bin fasziniert von den glücklichen, entspannten Gesichtern der Läufer kurz vor ihrem Zieleinlauf, die mir ja nun entgegenkommen. Daumen hoch! Wir wissen, was wir durchlebt haben. Immer wieder gehe ich abends auf den Balkon, wo ich direkt auf die Stelle des "Ausspuckens" der Läufer aus dem Wald auf die Straße sehen kann. Bald erscheinen die ersten eingeschalteten Stirnlampen. Die Prozession der Glühwürmchen wird die ganze Nacht nicht abreißen, im kalten Regen von Grainau.

am Scharnitzjoch - (c) Kelvin Trautman, www.sportograf.com







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P.S.
Zum Abschluß ausnahmsweise mal ein Appell:
Passt auf, Leute! Auch wenn es in gewissen Kreisen inzwischen völlig normal zu sein scheint, "den ZUT zu machen", und da sowieso nur "Autobahnen" sind, und mit den Distanzen und Höhenmetern hantiert wird wie mit Messer und Gabel und Klopapier, und sowieso jede/r den schon gelaufen ist, und im Wissen, dass es noch viel, viel härtere und längere Läufe unter noch viel irreren Bedingungen gibt: Das Ding ist ein neudeutsches Brett. Ich bin selbst fast drauf reingefallen (beim 56. Ultra) !

P.P.S.
die technischen Daten:
- Schuhe Brooks Cascadia 9 - Deutlich rutschfester als die PureGrit 3, dafür aber auch klotziger. Das Malheur mit der Innensohle versteh ich erstmal nicht. Ich kann nicht behaupten, dass die Dinger [es waren natürliche andere Exemplare, aber das selbe Modell] beim APUT oder Karwendel weniger durchweicht waren. Ansonsten haben sie diesen extremen Ausflug (genau wie die Füße in ihnen) vollkommen unbeschadet überstanden.
- Regenjacke Pearl Izumi Ultra Barrier - nomen est omen. Kommt nichts rein. Was raus geht, kann ich nicht schätzen. Man fühlt sich wohl, ist aber natürlich trotzdem klitschnaß.

- die Mütze und die Skins-Socken vom BiMa - auch gut, obwohl geschenkt!
- das ururalte Thoni Mara-TShirt, das mal grün war - immer am Start, wenn es drauf ankommt
- das fast so alte Ortovox Competition LangarmZipperShirt (powered by [ein inzwischen untergegangener Stern am Göttinger Outdoor-Himmel]) - unschlagbar
- Salomon Trail Long Tight - funktioniert offenbar prächtig und sitzt auch naß perfekt
- Regenhose wie gesagt nicht vorhanden (und wieder nicht vermisst)
- die NYC 5 borrows-Handschuhe - kein Witz, die sind nicht schlecht
- Ultimate Direction P.B.-Vest - passt auch für diese Bedingungen locker alles rein.
- die Fizan Compact-Alustöcke - auch schon länger dabei. Halten!
- die Lupine - darf nächstes Jahr zeigen, was sie kann.

Am Ende stehen 69,3km auf dem Garmin (310XT), und SRTM behauptet +3.275 / - 3.500m.
Hier ist der track.
Das Ganze ist nach 10:50:49 als 50. gesamt und 6. AK50+ für mich vorbei (aber bestimmt nicht so schnell vergessen).

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