Sonntag, 12. Februar 2017

BC 2017 - meine letzte

Viele halten das ja für einen mittelmäßigen Scherz.
Ich nicht. (Eigentlich.)

Dass wir vom ASFM "es" (Orga) können, haben wir unter Beweis gestellt. Dass ich "es" (BC laufen) kann, steht auch in den Akten. Wozu das Ganze also überhaupt nochmal, immer wieder? Gibt es noch eine Entwicklung? Entwicklung ist notwendig, Stillstand langfristig tödlich. Ein Naturgesetz. Deswegen habe ich das Briefing abgegeben. Wie gut!! Ich wäre nie mit dem neuen touch screen panel zur Steuerung der Beleuchtung und Beamer im Hörsaal klargekommen. Will es auch nicht! - Das ist keine Entwicklung in meinem Verständnis, das ist nur hinderlicher Ballast. Alles Gute ist einfach.

Dann fängt die Musik an. Dazu die Bilder aus 13 Jahren. Ich lasse sie nur einmal im Jahr an mir vorüberziehen - eben dann, wenn am nächsten Tag die BC bevorsteht. Für mich ist es diesmal die bisher beste Performance von Markus, begleitet von seinen Söhnen, alle blasen, der eine in Holz, die anderen in Blech. Improvisieren. Der Ton schwillt an, die Spannung steigt und wird greifbar. Das harmoniert perfekt mit der absolvierten Streckenlänge  und der zunehmenden Höhe des Schnees auf den durchlaufenden Fotos. Es wird vermeintlich immer lauter, prägnanter, der Hörsaal müsste eigentlich irgendwann bersten!? - Ich bin nicht der einzige, der sehr beeindruckt ist. Am nächsten Tag wird mir im Ziel im Goethesaal auf dem Brocken eine Spende zugesagt, die ihre Motivation allein aus diesem Intro des Briefings bezieht. Das ist wahre, wertvolle Entwicklung.

Die vollzieht sich auch anderenorts. Es gibt zum ersten Mal Supporter-Startnummern. Die wurden quasi eingefordert: "Ich will nicht mitlaufen, mich aber offiziell vollfuttern dürfen, und spende den Starterbetrag!" - Es gibt Leute, denen es schlicht egal ist, ob sie einen Startplatz bekommen oder nicht. "Ich komme sowieso, ich will dabei sein!" - Zu den Gruppen der VP-Teams gehören Personen, die 500km anreisen, um sich einige Stunden in die Kälte stellen zu dürfen. Wichtige Funktionen wie z.B. die Strecken-Endkontrolle werden durch Externe übernommen, sie melden sich eigenständig, man muss niemanden bitten. Solche Menschen gibt es, nicht nur einen. In dieser heutigen Welt. Das macht wirklich Hoffnung, dass noch nicht alles verloren ist.

Es gibt auch andere Facetten. Da laufen welche ohne Startnummern mit, nutzen die gesamte Infrastruktur und "rechtfertigen" das damit, zweimal nicht gelost worden zu sein. Recht erbärmlich. Sie haben die BC noch nicht verstanden. Vielleicht kommt es ja noch (und die beiden Helden überweisen nachträglich ihren Beitrag und erkennen, dass sie sonst letztlich Hilfsbedürftige beraubt haben). Sie hätten sich ein Beispiel an denjenigen nehmen sollen, die jahrelang nicht gelost werden, ruhig bleiben, und dann unter die Regel fallen, die ihnen einen Startplatz garantiert. Übt Euch in Geduld - eine der wichtigsten Tugenden eines Ultras, der sich wirklich so nennen darf!

Zurück zum Thema: Entwickle ich mich noch? Ja. Auch beim 10. Mal. Alles, was ich hier gesagt hatte, gilt. Jede BC ist anders. Auch die 10. Jede BC tut weh. Und jede BC tut gut. Diesmal mit Jan zusammen. Vermeintlich zufällig, auf jeden Fall ungeplant. Aus jeder BC kann man etwas ziehen. Es gibt keinen Stillstand, auch wenn die Strecke unverändert bleibt. Es werden Startnummern mit auf den Gipfel getragen und somit "geweiht", für Läufer, die liebend gern teilgenommen hätten, aber verhindert waren. Sie wurden vermisst, aber sie waren dabei.

Rekorde sind unwichtig, vor allem bei der BC (postulierte mal ein schmächtiger Berliner).
Aber sie können dennoch das Zünglein an der Waage sein, wenn es gilt, immer wieder neue Motivation aufzubauen für diesen (Höllen)-Ritt. Motivation ist unabdingbar für die BC. Wir haben neue Melde-, Starter- und Finisher- und Spenden-Rekorde. Entwicklung!
Und ich habe jetzt 5 Ergebnisse in einem 4-Minuten-Zeitfenster (10:22 - 10:26) auf dem Kerbholz.
Damit habe ich Werners Stetigkeitsrekord (5x 11:35 - 11:39) zumindest schon mal eingestellt.
Er hat aber 6 Ergebnisse in einem 8-Minuten-Zeitfenster.
Das werde ich 2018 angreifen.

 aschu






Kommentare:

  1. Auch wenn ich erstmals am BC-Start war, kann und muss ich dir zustimmen. Mein Dank gilt auch dir.

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  2. Dieser Kommentar wurde vom Autor entfernt.

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  3. Als Zuschauer und Anfeuerer durfte ich den Geist des Laufes zwischen Lausebuche, Königskrug, Brocken-Gipfel und retour zum VP Oderbrück spüren. Die 350km-Anreise ist NICHTS gegen die Leistung der Läufer, der Organisatoren und der unverzichtbaren Helfer. Eine ganz ganz großartige Veranstaltung die Ihr da etabliert und mit immer neuem Engagement weiterentwickelt habt! Alles Gute weiterhin & RESPEKT !

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